Alm 34 – auf Zeit zuhause
Viel Licht und Glas bestimmen die Architektur des Schülerheims alm34 in Saalfelden. Am Fuß des Steinernen Meers gelegen, fügt sich der moderne Bau mit 82 Doppelzimmern, einem Einzelzimmer und sechs Wohngemeinschaften 183 Schülern Raum zum Wohnen und Leben.
Mit einem durchdachten Raumkonzept, der lösungsorientierten Innengestaltung sowie einem eigenen Farbkonzept wurde das Schülerheim genau auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt.
Ich/wir. Das barrierefreie Schülerheim bietet Raum sowohl für Individualität als auch für Gemeinschaft. Im Erdgeschoss befinden sich das Foyer, der Speisesaal, Freizeiträume, sowie die Betriebs- und Lehrküche der HBLW. In den 3 Stockwerken darüber sind Wohn-, Lern- und Gemeinschaftsräume für Schüler der HTL bzw. HBLW Saalfelden untergebracht. Die direkte Anbindung der Schulgebäude an das Wohnheim durch einen gläsernen Verbindungsgang setzt das Zusammenspiel zwischen Lernen und Wohnen auch räumlich um.
Schülerheim und Betriebsküche
Das Gebäude des neuen Schülerheims empfängt seine Besucher im Erdgeschoß mit einem großzügigen Foyer und bietet großzügig Raum für einen Speisesaal, Spielräume, einen TV-Raum sowie für die Betriebs- und Lehrküche der HBLW, die aufgrund ihrer Dimension als größte Betriebsküche des Pinzgaus gilt. Weiters sind die für den Küchenbetrieb erforderlichen Lager- und Kühlräume, Büros, ein Archiv sowie eine Werkstatt untergebracht.
Konzept & Umsetzung
Das Schülerheim ist in die bestehende Komposition der kubischen Schulgebäude eingebunden und führt deren Strategie fort. Der Wohntrakt ist in Analogie zu den Schulen als verputzter Baukörper ausformuliert, jedoch verdeutlicht die Lochfassade die unterschiedliche Nutzung der Gebäude.
Die Erdgeschosszone ist als Glaskörper definiert und lässt die Grenzen zwischen Innen- und Außenraumbewusst verfließen.Die Ausformung den Küchenblocks als abgeschlossener Bereich zeigt sich auch in dessen Gestaltung aus undurchsichtigem Glas.
Ich. Mein Zimmer, mein Raum, meine Lebenswelt. Ein Schülerheim ist immer ein vorgegebener Raum, außerhalb der gewohnten Umgebung, der Familie, dem Zuhause.Damit es (be)wohnbar wird, spielen neben der Architektur das Innenleben, die Gestaltung und die Einrichtung eine zentrale Rolle. Alle Möbel wurden präzise und genau, oft als Einzelmöbel, gestaltet, sodass sie sich in den vorgegebenen Rahmen einfügen und zugleich variabel einsetzbar sind.
Wir. Das Zusammenleben n einem Schülerheim braucht Raum. Darum ist die Gestaltung der Gemeinschaftsräume, der Nebenräume und der Gänge – also aller Bereiche, in denen man sich trifft – wichtig. Diesem Ansatz folgt nicht nur die Einrichtung, sondern auch das Farbkonzept des Hauses. Die kühle Leichtigkeit der Architektur verbindet sich mit den kräftigen Farben in den Aufenthaltsräumen sowie mit den ruhigen, zurückgenommenen Pastelltönen im Kunstwerk ICH/WIR, das sich durch alle Stockwerke zieht. Rückzug und Gemeinsamkeit, Laut und Leise, Intensität und Reflexion, sind Begriffspaare, die das Leben in einem Schülerheim bestimmen. Dieses Zusammenspiel zeigt sich auch in der Farbgebung: Die Möbel schaffen eine motivierende anregende Atmosphäre, die großen Wandflächen geben sich eher ruhig und fein, die Böden in freundlichem Gelb vermitteln Wohnlichkeit.
In enger Abstimmung mit Architektur und Inneneinrichtung ist mit ICH/WIR eine sehr reduzierte Wandmalerei entstanden, die zugleich auf die Nutzung des Gebäudes als Schülerheim Bezug nimmt.
Jeder Schüler ist mit diesen zwei, manchmal entgegenlaufenden Begriffen konfrontiert: Wer bin ICH und wie finde ich mich mit den Anderen, dem WIR. Die Entwicklung der eigenen Person und das Gefühl der Gemeinschaft sind sicherlich zwei wichtige Punkte, die in diesem Gebäude eine zentrale Rolle spielen.
Auf den zweiten Blick:
Geheimnisvoll, da nicht sofort entschlüsselbar, Verbindung stiftend, da gegenüberliegend und an den Gangwänden über drei Etagen laufend ergibt ICH/WIR ein spannendes Erlebnis für Schüler und Besucher, das sich erst in seiner Gesamtheit erschließt.
Das zarte Grün und helle Lila, zwei Farbtöne, die mit allen anderen Farben im Haus korrespondieren, bestimmen auch die Wände der Aufenthaltsräume und vermitteln somit einen faren Eindruck nach außen. Das WIR.
ICH/WIR ist sowohl Farbkonzept als auch Kunst am Bau bzw. Kunst für den Bau. Dabei habe ich eine sehr persönliche Herangehensweise gewählt und versucht mir vorzustellen, wie es sich für die Schüler anfühlen mag – oft das Ich und manchmal hoffentlich auch ein Wir. STEPHAN FRITSCH KÜNSTLER
Wohnen - Wohlfühlen - Wachsen
Im Schüler/innen-Wohnheim arbeiten 5 Mitarbeiter/innen daran, dass die Jugendlichen gut versorgt und betreut sind.
Von dieser Basis aus begleiten wir sie in ihrem individuellen Entwicklungsprozess und unterstützen sie dabei, persönliche Ziele zu erreichen und verbringen zusammen mit ihnen eine gute Zeit.